Hyper Smash Kommunikation 21: Blockchain
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Freitag, 15. Juni 2018

Blockchain im Flüchtlings-Camp

Unser BAMF ist Mangelwirtschaft im Reinkultur. Laut Medienberichten fehlen tausende von Lesegeräten, um die Fingerabdrücke von Flüchtlingen in Deutschland überprüfen zu können. Daher ist dem Sozialbetrug die Tür geöffnet.

Man versucht, mit analogen Verfahren von gestern (Pass, Fingerabdruck) die Probleme von heute zu lösen, die aber völlig andere Größenordnungen erreicht haben.

Das UNHCR (das Flüchtlingshilfswerk der UN) setzt zur Lösung der gleichen Aufgabenstellung in Jordanien auf neue, smarte Technologie. Während viele Flüchtlinge keinen Pass mitführen, so haben doch so gut wie alle ein Smartphone. Zusammen mit der Blockchain hat die UNHCR einige smarte Technologien zu einem robusten, skalierenden und vollständigen Prozess zusammengefügt. Die Verwaltung der großen Flüchtlings-Camps in Jordanien läuft mittlerweile komplett auf der Blockchain. Link.


So, wie man das in einem einzelnen Camp betreibt, kann diese Lösung auch grenzüberschreitend eingesetzt werden und die Identifikation und Verwaltung von einer sehr hohen Zahl von Flüchtlingen effektiv und effizient ermöglichen. Geht digital, wenn man nur will.

Donnerstag, 7. Juni 2018

Nachlese Webinar Blockchain

Vielen Dank für Eure rege Beteiligung am Blockchain Webinar gestern. Die Atmosphäre war wie bei einem Kamingespräch, sehr entspannt aber, dennoch "auf den Punkt" und inhaltsreich. Vielen Dank an Oliver Block und seine ApiOmaten aus Leipzig für diese Initiative und vielen Dank an Dr. Lutz Kohl, unserem Host, bzw. Gastgeber. Das nächste spannende Webinar folgt bestimmt. Nun werde ich Eure vielen Fragen lesen, die ihr während des Webinars auf dem Chat-Channel gestellt habt. Ein Teil wurde von den technischen Experten bereits im Chat beantwortet. Die anderen beantworte ich entweder direkt oder über geeignete Channels (z.B. dieses Blog) für alle. Herzliche Grüße, Jens-Peter Labus


Montag, 28. Mai 2018

Sind Blockchains nachhaltig?

Blockchains haben ein paar Vor- und Nachteile im Vergleich zu bisherigen Technologien. Die klassische Unterscheidung zwischen Applikation und Datenbank entfällt. Die Blockchains sind beides und zudem sind die Daten als "Distributed Ledger Technology (DLT)" auf viele tausende Maschinen verteilt.

Der Vorteil ist die gegenseitige Verifizierung die damit verbundene Fälschungssicherheit der Dateneinträge - unter anderem.

Der Nachteil ist die Datenverteilung. Ein herkömmlicher ETL-Prozess wird nicht funktionieren. Will man Daten herausziehen und in veränderter Form an ein Zielsystem schicken, wird man die Daten in einer Zwischendatenbank sammeln müssen. Die Latenzzeiten werden nicht zusammenpassen. Moderne Datenbanken sind superschnell und eignen sich für stark skalierende Geschäftsprozesse. Die Blockchain ist im Vergleich dazu eine lahme Schnecke.

Blockchains sind demnach kein Ersatz für ein herkömmliches ERP, aber lassen sich zur Realisierung ganz neuartiger Use-Cases einsetzen. Dazu später mehr. Da es sich nicht um eine substituierende Technologie handelt, mit der man Skalen- oder Kosteneffekte erzielen könnte, finden sich echte Blockchain-Implementationen heute in gerade einmal 1% aller Unternehmen. Sagt Gartner.

Zudem verbrauchen heutige Blockchain extrem viel elektrische Energie. Das erklärt wohl, warum die heutigen Use-Cases so sehr auf die Schöpfung von Werten, sprich Bitcoins, ausgelegt sind. Aktuell verbrauchen alle bekannten Bitcoins auf Blockchain zusammen soviel elektrische Energie wie die gesamte Tschechische Republik. Die Tendenz ist stark steigend. Auch das erklärt, warum sich im heutigen Zustand der Technologie und der Umgebungsvariablen wie dem Strompreis Blockchain-Projekte entweder gar nicht oder nur an bestimmten Lokationen rechnen lassen.


Über diese und weitere Themen sprechen wir auf unserem Webinar am 6. Juni. Kommen Sie gerne digital vorbei!

Samstag, 26. Mai 2018

Können Blockchains sich vertrauen?

Ist "die" Bitcoin nun ein nachhaltiges Investment oder ist das alles nur ein gigantischer Schwindel, an dem sich vor allem die Initiatoren bereichern? Wie sieht es aus mit den anderen Crypto-Währungen? Laut Wiki gibt es davon aktuell 1.700.  Da jeder selbst eine Crypto-Währung digital erschaffen kann und die Wertschöpfungsmöglichkeiten so gigantisch sind, wird die Anzahl weiter zunehmen. Exponentiell? Wird eines Tages jeder Mensch seine eigene Crypto-Währung auf seinem Smartphone emittieren, wie es Mr. Bitcoin prognostiziert?

Wenn es nun bei den Cryptos so chaotisch zugeht, wie soll das dann erst werden, wenn Unternehmen und Institutionen anfangen, ihre Prozesse auf Blockchains laufen zu lassen. Eigenständig, also proprietär, wird die Ausnahme sein. Der globale Prozess fängt dann an spannend zu werden, wenn Blockchains vielfältig miteinander gekoppelt werden. Wie soll das ohne Regulierung funktionieren?

"Früher" brauchten wie Standardisierungsgremien, die in langwierigen globalen Verhandlungen beispielsweise die EDI-Nachrichtenarten normiert haben. Aber heute? Könnte es noch eine globale Institution geben, die das allgemeine Vertrauen im Markt herstellt?

Eine Möglichkeit sind Konsens-Algorithmen, die über verschieden Unternehmen verteilt gesteuert werden, ohne dass ein Einzelner die Deutungshoheit einnehmen kann. Aber so etwas könnte man unterlaufen, in dem es Absprachen zwischen betrügerischen Blockchains gibt, die Vertrauen vorgaukeln, wo es keines gibt. Solche Konsens-Algorithmen im übergreifenden Blockchain-Management könnten dann von staatlichen Firmen oder Institutionen betrieben werden können. So sieht das zumindest die Swiss Blockchain AG.

So wie Vertrauen zwischen Menschen die Grundlage für die Stabilität unserer Zivilisation bildet, so wird automatisiertes und autonom gebildetes Vertrauen zwischen Blockchains für die Stabilität der sich abzeichnenden global integrierten Prozessketten eine unabdingbare Erfolgsvoraussetzung sein.

Auch darüber sprechen wir auf unserem Webinar am 6. Juni. Ihr seid herzlich eingeladen!





Donnerstag, 24. Mai 2018

Fakes in der Supply Chain

40% aller Sneaker, die in die USA importiert werden sind Fake, sagt die US Zollbehörde.

Quelle:

Jedes Jahr werden Sneaker im Wert von $100 Millionen beschlagnahmt. Für die gesamt Modebranche wird der Schaden durch gefälschte Artikel auf $600 Millionen geschätzt. Neben dem gewaltigen wirtschaftlichen Schaden entsteht durch die  anschließende Vernichtung dieser Massen auch ein immenser ökologischer Schaden. Durch die zunehmende Globalisierung der Warenströme und auch durch zunehmende Vereinzelung von Bestellung und Lieferung wird es immer einfacher, gefälschte Produkte einzuschleusen. Der entstehende Vertrauensschaden ist enorm und könnte durch die Blockchain technologisch gedämpft werden.
„Brookly-born Greats“ will das Problem lösen, in dem einerseits verschlüsselte NFC-Chips in die 3D-gedruckte Schuhsohle eingebettet werden und anderseits mit der Blockchain-Software „Chronicled“ der gesamte Produktionszyklus und Lieferweg dieses Sneakers nachverfolgt werden kann. Dafür reicht ein Smartphone und eine App.

Ähnliche Wege verfolgt Alibaba. Hier wird in Zusammenarbeit mit Cainiao Blockchain-Technologie eingesetzt, damit Konsumenten die Echtheit von Lebensmitteln prüfen zu können. Dabei wird gerade Alibaba oft von der Industrie für seinen laxen Umgang mit den Anbietern von gefälschten Produkten kritisiert.
Walmart erhielt erst diesen Monat ein Patent für einen Marktplatz, der auf Blockchain basiert, so dass auch bei einem späteren Weiterverkauf die Blockchain logisch geschlossen bleibt.





Webinar

Dienstag, 22. Mai 2018

Trolle, Fake-News und die Blockchain


Trolle, die Fake-News über Portale und damit über deren Nutzer streuen, arbeiten nicht manuell im Hinterzimmer. Sie nutzen leistungsfähige Skripte und Algorithmen, die Fake-News millionenfach verbreiten. Alleine Facebook hat im ersten Quartal 2018 nach eigenen Angaben 583 Millionen (583.000.000) gefälschte Accounts gelöscht. Pro Tag wird durch Automatismen die Neuanlage von 1 Million Fake-Accounts verhindert. Im ersten Quartal wurden 837 Millionen Posts gelöscht, weil sie nicht den „Community Standards“ entsprechen.



Eine gänzlich neue Nachrichtenwelt mit gefälschten Realitäten ist aber erst im Anrollen. Bereits heute ist es möglich, Originalvideos von Prominenten mit gefälschten „Voice-Overs“ zu hinterlegen, die von einer Originalaufnahme kaum noch zu unterscheiden sind. Das gefälschte Video, in dem Obama Trump beleidigt, wurde in kurzer Zeit hunderttausende Mal geklickt.

Laut Gartner ist das aber erst der Anfang. Gartner prognostiziert, das 2020 die AI-gestützte Erzeugung von gefälschten Videos (oder gefälschten Realitäten) die Fähigkeiten der Portalbetreiber zur automatisierten Entfernung dieser Inhalte übertreffen wird. Laut Gartner werden im Jahr 2022 Konsumenten in entwickelten Volkswirtschaften mehr falsche als wahre Information lesen und aufnehmen.

Über das U in der VUCA-Welt – Uncertainty – wird wenig geredet. Das Vertrauen in Individuen und Institutionen erodiert weltweit. Treten wir in eine neue Phase der Unsicherheit und des Vertrauensverlustes ein. Wie kann Vertrauen wieder erlangt werden? Durch neue Gesetze wie die DSVGO? Durch neue Institutionen oder neue Verhaltens-Kodizes? Oder kann neue Technologie wie die Blockchain hier transformativ genutzt werden?



Im Konzept verspricht die Blockchain vieles: eine „distributed ledger technology (DLT)“ verteilt aufgezeichnete Transaktionen fälschungssicher auf unterschiedliche Anwender. Transaktionen können nur bei Konsens unterschiedlicher Anwender aufgezeichnet werden, sind untereinander unlösbar verknüpft und können nie gelöscht werden.

In den nächsten Posts schreibe ich über ein paar erfolgreiche Implementationen.