Hyper Smash Kommunikation 21: Internet
Posts mit dem Label Internet werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Internet werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 26. Februar 2011

Wachstums des Datenverkehrs im Internet bis 2014

In einem lesenswerten Weißbuch hat Cisco das zu erwartenden Wachstums des Datenverkehrs im weltweiten Internet bis 2014 berechnet. Dabei stützt sich die Studie auf eine Vielzahl von veröffentlichten Daten und entwickelt eigene Berechnungsmethoden zur Hochrechnung.

Visualisierung des Internets
Quelle: Lizenzfrei dank acobox.com























Einzelpunkte:

  • der weltweite Datenverkehr wächst zwischen 2009 und 2014 um jährlich (!) 34%. Das bedeutet eine Verdoppelung in diesem 5-Jahres-Zeitraum
  • Bereits in diesem Jahr werden mehr als 1 Milliarde Menschen auf Videos im Internet zugreifen. Videos sind die am schnellsten wachsende Datenverkehrsform. Im Jahr 2014 werden pro einzelner Sekunde soviel Videodaten übertragen, daß es 2 Menschenjahre dauern würde, diese 1 Sekunde anzuschauen
  • In 2014 werden jeden Monat der Gegenwert von 12 Milliarden DVDs an Videodaten übertragen
  • ein Haupttreiber ist die Verlagerung des terrestischen und Satelliten-gestützen Fernsehens ins Internet durch Angebot wie das amerikanische Netflix oder das deutsche Entertain (dieses Wort halte ich ja für ein echtes "Misunderstanding of our English language" - und ist übrigens auch ein Grund, warum ich dieses Blog auf Deutsch schreibe).
  • 40% des gesamten Internetverkehrs wird Video sein. Davon wiederum wird fast die Hälfte auf HD und 3D-Inhalte entfallen. Diese sind besonders datenintensiv und erfordern meist auch eine bessere Haushaltsanbindung, damit die Download-Zeit für die Anwender einigermaßen erträglich bleibt

    Im mobilen Bereich wird der Internet-Verkehr in diesen 5 Jahren gar um das 39-fache anwachsen - zu fast 70% werden hierbei Videos auf die Smartphones übertragen.
    Für West-Europa wird mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 36% gerechnet. Für den Datenverkehr innerhalb von Unternehmen rechnet die Studie mit einem durchschnittlichen Anstieg von 21%. Allerdings steigt die Datenlast aus Videoverbindungen innerhalb von Unternehmen um durchschnittlich 57% und wird damit die Hauptursache sein, warum Unternehmen ihre Netzwerk-Infrastruktur und ihre Weitverkehrsanbindungen (WAN) ausbauen werden.

    Montag, 7. Februar 2011

    GoGoInFlight - WLAN über den Wolken

    Im Prinzip funktioniert WLAN im Flugzeug –also über den Wolken – genauso wie auf dem Boden. Mit einer WLAN-Antenne wird ein bestimmter Raum ausgeleuchtet. Innerhalb des ausgeleuchteten Raums können nun Geräte mit WLAN-Antenne mit dem Signal verbunden werden. Bei einem sich bewegenden Verkehrsmittel wie einem Flugzeug kommt dann aber die Herausforderung hinzu, dass das Signal und damit die Verbindung nicht abreißt, wenn das Verkehrsmittel den jeweils ausgeleuchteten Kegel wechselt. Bei 1000 km/h ist das in der Tat eine Herausforderung.
    
    jpl - Screenshot
    
    In den USA wird unter dem Namen GoGoInflight (airborne.gogoinflight.com) ein rein kontinentales Netz von Aircell (Texas) für Fluglinien wie Delat oder Airtran betrieben. Die Abstrahlkegel der Antennen erreichen nach Angaben von Delta einen Durchmesser von bis zu 300 km in einer Flughöhe von 10.000 Metern. Die Boden-Flugzeug-Verbindung erfolgt proprietär im 800-MHz-Frequenzband. Erst im Flugzeug wird über einen Umsetzer die übliche WLAN-Frequenz bereitgestellt. Eine Tageskarte für das Netz kostet USD 12,95 oder grob 10 Euro, die Monatskarte kostet USD 34,95 im Abo.

    Freitag, 28. Januar 2011

    Wie viel Bandbreite braucht ein Mensch?

    Wie viel Bandbreite braucht ein Mensch? Eine grobe Annäherung: bekannterweise verfügt der Mensch über fünf Sinne. Die Retina im menschlichen Auge verarbeitet Informationen mit einer Bandbreite von etwa 9 mbit/s. Das Ohr oder, wenn man so will, der Audio-Input, weist eine Bandbreite von etwa 1,4 mbit/s auf. Über die Bandbreiten, die für das Tasten, Schmecken, Riechen ist weniger bekannt oder ich war zu faul zum suchen. Mit Hören und Sehen decken wir Menschen im digitalen Sinn schon eine Menge ab. Noch gibt es keine Computer, mit denen man etwas riechen kann. Zusammen macht der Informationsfluß, zu dessen Verarbeitung das viscerale Nervensystem ausgelegt ist, also etwa 11 mbit/s aus.

    Foto: lizenzfrei dank acobox.com

    Internetzugänge in Deutschland weisen heute Bandbreiten zwischen 1 mbit/s und 50 mbit/s aus. Letzteres gilt in ein paar erschlossenen Inseln in deutschen Großstädten, in denen sich Telekom-Kunden für das Produkt mit dem etwas schrägen Titel "Entertain" entscheiden können (DEnglisch eben - da geben sich Telekom und Bahn die Klinke in die Hand  - oder auf Englisch: "a typical misunderstanding of our wonderful language").

    Theoretisch müsste als "Entertain" also ausreichen, um die vollständigen digitalen Bedürfnisse einer vierköpfigen Familie in, sagen wir einmal, Berlin-Wilmersdorf zu befriedigen, weil 4 x 11 nur 44 mbit/s ist. Das wäre die Informationsmenge, die diese 4 Menschen Kraft ihrer biologischen Ausstattung - oder sprichwörtlich ihrem Nervenkostüm - verarbeiten könnten.

    In der technischen Realität gibt es aber Abweichungen:

    Nach unten: viele Haushalte beziehen ihre Daten über 1 oder 2 mbit-Leitungen, falls sie überhaupt eine haben. Laut aktuellen Statistiken haben 8 Millionen Haushalte kein DSL und damit keinen breitbandigen Internet. Bitte überlegen: in der Mitte Europas haben so viele Menschen keinen Zugang zum Internet, wie in Österreich und Holland zusammen leben!

    Nach oben: "Entertain" wäre also die Obergrenze an Information, die einen vierköpfige Familie überhaupt biologisch verarbeiten könnte. Tatsächlich aber konsumieren Menschen technische Medien. In der Küche läuft das Internet-Radio, am Fernseher "Entertain", das iPad auf dem Schoß, während der oder die nächste YouTube anschaut, während im anderen Fenster Daten zu Facebook hochgeladen werden und während im dritten Fenster ein fettes Software-Update heruntergeladen wird.

    Die Mehrfachnutzung von Internetdiensten wird den Hunger nach Bandbreiten also in Dimensionen treiben, die wir uns heute nur schwer vorstellen können. Bei 50 mbit/s für "Entertain" ist das Ende der Fahnenstange sicher nicht erreicht.

    Und siehe da: der DE-CIX sagt vorraus, daß bis zum Jahr 2015 der Internetverkehr um den Faktor 20 wachsen wird. Die rechnerisch prognostizierte jährliche Steigerung beträgt demnach stolze 110%. Und da ist noch lange nicht Schluß!


    .

    Sonntag, 23. Januar 2011

    Wie viele Server betreibt Google? | Wie groß ist das Internet?

    Mich erreichte die Frage: wie viele Server betreibt Google?

    Antwort: im Geschäftsbericht von Google gibt es dazu keine Aussage. Also ist man auf andere Quellen und Näherungsrechnungen angewiesen.

    Google betreibt nach auffindbaren Angaben mehr als 1.000.000 Server.
    Firmen wie Google und Amazon verbauen Monat für Monat über 10.000 Server, um mit dem Wachstum des Internets und dessen Nutzung Schritt zu halten. Man nimmt an, dass 2% aller Server der Erde Google gehören. Die Angaben zur Anzahl der Rechenzentren, in denen Google diese Server betreibt, schwanken zwischen 30 und über 400. In den ersten Jahren betrieb Google seine Infrastraktur meist auf gebrauchten Servern, die ab und an auch aus der Konkursmasse von .com-Kollegen gekauft wurden. Auch heute noch verbaut Google bevorzugt möglichst einfache Komponenten, dafür davon dann aber viele.

    Es wird geschätzt, dass insgesamt 44.000.000 Server heute das globale Internet versorgen.

    Bei der Suche nach diesen Zahlen stieß ich auf das lesenswerte Blog Royal Pingdom , die noch ein paar andere interessante Zahlen über die 'Größe des Internets' im Jahr 2010 zusammengestellt haben:

    Kommunikation
    107 Billionen emails
    480 Mio neue e-Mail Benutzer im letzten Jahr
    89% aller emails sind Spam

    Websites
    255 Millionen Websites
    21 Millionen neue Websites

    Benutzer
    1,97 Milliarden Menschen nutzen das Internet
    das ist ein Plus von 14% zu 2009
    davon 475 Millionen in Europa
    davon 266 Millionen in Nordamerika
    davon 825 Millionen in Asien

    Soziales Internet
    152 Millionen Blogs (einschließlich diesem)
    250 Millionen neue Facebook-Benutzer in 2010 (ohne mich)
    175 Millionen benutzen Twitter
    davon sind 100 Millionen in 2010 dazu gekommen

    Videos
    2 Milliarden YouTube Videos werden täglich angeschaut
    35 Stunden neuer Videos werden pro Minute auf YouTube hochgeladen

    Die Datenquellen und Verweise sind auf Royal Pingdom unter diesem Post zu finden.

    Aktuell baut auch Facebook gerade wieder ein neues Rechenzentrum (RZ), diesmal im US-Bundesstaat Carolina. Facebook investiert 450 Millionen US-$ und bebaut eine Fläche von 13 ha mit dem neuen RZ. Ein wesentlicher Anreiz sind die niedrigen Stromkosten in Carolina. Das hat bereits dazu geführt, daß in der Nachbarschaft auch Rechenzentren von Google und Apple betrieben werden. Das neue RZ wird nach der lokalen Presse (Story: hier) von gerade einmal 42 Mitarbeitern betrieben.