Hyper Smash Kommunikation 21: IBM
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Freitag, 27. Juli 2012

Was verbindet Maria Montessori und Watson?


Quelle: Webbyawards.com
Die Renaissance der Verschriftung bedeutet eine gravierende Veränderung im Kommunikationsverhalten vieler. Es wird weniger telefoniert und deutlich mehr geposted, gechatted und geteilt. Gleichzeitig steigt das Verlangen nach Personalisierung während des Kontakts. Aus diesen Zutaten lassen sich klare Rezepte ableiten: 

Über eine personalisierte Präsenz in sozialen Netzwerken in Unternehmen können Nachrichten (Änderungswünsche, interne Aufträge, Nachfragen) in Schriftform erfasst werden. Großunternehmen können hier ihre Skalenvorteile klar ausspielen. Über eine automatisierte Erfassung von Schlagwörtern können Texte ausgewertet und  vorqualifiziert, in Ticketsystem eingespeist und einzelnen Mitarbeitern nach deren Fähigkeiten zugestellt werden. Das führt zu einer Entlastung in der Telefonie und zu einer besseren Verteilung der Arbeitsmengen über Teams und Betriebszeiten.

In einem weiteren Schritt können Probleme, die in solchen verschrifteten Dialogen erfolgreich gelöst wurden, in geeigneter Form  in Wissensdatenbanken oder FAQ-Sammlungen gesammelt werden. Die Verkopplung solcher Wissensfundorte mit Intranet-Portalen und optimierten Suchfunktionen kann genutzt werden, um Anwendern im Unternehmen – frei nach Maria Motessori - „Hilfe zur Selbsthilfe“ anzubieten. Je mehr Wissen in internen Plattformen qualifiziert gesammelt wird, desto mehr kann man auch wieder herausholen.

Etwas weiter weg, aber im technologischen Sinne bereits gelöst, ist das automatische Auslesen des gesammelten Wissens durch Computer. In der US-Quizshow Jeopardy schlug im März 2011 erstmals ein IBM-Computer namens Watson die menschlichen Mitspieler, da er auf alle Fragen schneller die Antworten fand. Das automatische Antworten auf komplexe menschliche Fragen per nahezu natürlicher Stimme wird einen signifikanten Einfluss auf die volkswirtschaftliche Entwicklung nach dem Jahr 2020 haben und Berufsgruppen berühren, die heute noch sakrosankt erscheinen.

Auch Lösungen wie SIRI von Apple werden die Interaktion von Anwendern in Unternehmen mit Informationen in Unternehmen völlig verändern. Statt Begriffe in Suchfelder tippen, kann man auch natürliche Sprache verwenden, wenn die Siri-ähnliche Anwendung mit Datenbanken des Wissensmanagement verknüpft ist. Das Video hier zeigt eine Demo, wie man Siri verwenden kann, um Informationen aus einem SAP-System zu holen.

Samstag, 5. März 2011

Wann gibt es den Watson für € 1.000?

Ein gut ausgerüsteter PC kostet heute, sagen wir, € 1.000. Für die Rechenleistung des Watsons von IBM, der zur aktuellen Cebit 2011 durch die Medien getrieben wird, werden - auf Serverseite - die Rechenleistung von 2.800 PCs mit 15 TB RAM benötigt.


Hier zunächst ein Video über die Funktionsweise von Watson:


In der Jeopardy-Sendung hat Watson nun erstmals die menschlichen Spitzenkanidaten geschlagen. Man könnte argumentieren, daß die Rechenleistung von Watson damit die eines menschlichen Gehirns überholt hat.

Moore's Gesetz besagt, daß sich die Rechenleistung alle 18 Monate verdoppelt. Gordon Moore ist der Mitbegründer von Intel und stellte dieses Gesetz 1965 auf. Moore selbst stellt in Abrede, daß er jemals eine Verdopplung alle 18 Monate vorausgesagt hätte. Bei ihm waren es stets 24 Monate. Erst durch die Weiterbearbeitung von anderen IT-Beratern wurde dann die Zahl "18 Monate" in der populären Wissenschaft verankert.

Eine Verdoppelung alle 2 Jahre bedeutet rechnerisch einen prozentualen Zuwachs von 41% pro Jahr. Diese Zahl hochgerechnet ergibt, daß ein handelsüblicher PC im Jahr 2034 die Rechenleistung von 2.800 PC aus dem Jahr 2011 aufweisen müsste. Die erforderliche RAM-Leistung von 15 TB RAM würde bereits ein Jahr früher, also 2033, erreicht werden. Aus heutiger Sicht wäre auch davon auszugehen, daß der Formfaktor für Computer-Gehäuse dann keine Rolle mehr spielen wird. Die Leistung wäre in all den Geräten verfügbar, die wir heute PC, Notebook, Smartphone, Auto oder Fernseher nennen.

Auch die Software wird sich bis dahin weiterentwickeln und weitere Aspekte des menschlichen Denkens erschließen. 

Auch ohne großes Risiko läßt sich daher formulieren: 

Ab dem Jahr 2030 wird der Gegenwert der Rechenleistung eines (1) menschlichen Gehirns für € 1.000 in heutigem Geld jedem zur Verfügung stehen und damit Künstliche Intelligenz (KI) als Plattform für neue Branchen ermöglichen.




Sonntag, 20. Februar 2011

IBM - erste Festplatte in Almaden

Almaden Research Center - Foto jpl













In ihrem Forschungslabor Almaden am südlichen Rand von San José, Kalifornien, zeigt die IBM als Schaustück eine der ersten Festplatten aus dem Jahr 1955.  Das Modell ist mannshoch und ist ein "956 RAMAC IBM Disk Drive" und hat eine Speicherkapazität von 5MB. Zur Speicherung von dieser enormen Datenmenge wurden 50 horizontal geschichtete Festplatten mit einem Durchmesser von jeweils 24 Inch (~ 60cm) benötigt.

5 MB IBM Festplatte, Foto jpl
























Über die Jahre wurden 1.000 Stück gefertigt, bevor die Produktion 1961 eingestellt wurde. In einem reinen 7 bit ASCII waren 5 MB zur jener Zeit sicher eine ganze Menge, heute würde auf das Teil genau ein einziger Song im MP3-Format darauf passen, wenn auch nicht in bester Qualität. Wenn wir 1 TB für eine heutige handelsübliche Festplatte annehmen, dann ist in diesen 57 Jahren jährlich (!) die durchschnittliche Speichermenge auf Festplatten um sage und schreiben 41% gestiegen. Die Festplatte kostete damals $ 31.165 oder $ 6.233 pro MB. Der Preis pro MB entspricht ziemlich genau $ 50.000 im heutigen Wert. Die Kosten pro MB sind damit in diesen 57 Jahren um jährlich (!) 30% gefallen.

Langfristige Entwicklung MB/HD und $/MB 1955-2011, Grafik jpl

















Nebenbei: die Jungs (und Mädels) haben oben in Almaden auch noch einen ziemlich coolen Ausblick auf die kalifornischen Hügel. Das Gelände ist zwar riesig und privat, kann aber zu Fuß auf eigenes Risiko erwandert werden. Auf dem Foto (Blick von Almaden Reseach Labs) sieht man den Stadtteil Mountain Shadows und hinter der Hügelkette liegt bereits Santa Cruz am Pazifik.


Blick von Almaden - Foto jpl