Hyper Smash Kommunikation 21: IM
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Sonntag, 17. April 2011

Geld verdienen mit IM

Foto: jpl
Eins haben (fast) alle Internet-Benutzer in China gemeinsam: sie verfügen über eine QQ-Adresse, mit der sie Instant Messaging (IM) betreiben. Auf dem Foto links sieht man, dass die QQ-Adresse in der Werbung noch vor einer e-Mail-Adresse eingesetzt wird.

Zum Einlesen in die QQ-Funktionen gibt es hier im Blog noch einen weiteren Post: http://kommunikation-21.blogspot.com/2011/04/qq-soziale-medien-in-china.html

Sind die 630 Millionen QQ-Nutzer dann erstmal Online, werden sie von QQ "abgeschöpft". Das geht natürlich über Werbeeinnahmen, aber auch über Q-Münzen, das als Ersatzgeld verwendet wird. Mit den Q-Münzen kann man seine QQ-Blogs aufhübschen oder seinen Avatar verschönern. Wenn dann einige der 630 Millionen Nutzer für diese Services auch nur 10 RMB pro Monat ausgeben, kommen gewaltige Summen zusammen. Die "Internet-Value-added-Services" sind die Haupteinnahmequelle von QQ.

Für das 2. Quartal 2010 verzeichnete Tencent als QQ-Mutter:


2. Quartal 2010in Mio RMB
in Mio €
Veränderung
zum VJ
Umsatz4.66949162%
Ergebnis vor Steuern2.37925070%
Umsatzrendite51%

Bei einer solchen Umsatzrendite stockt einem der Atem. Schön :-), wenn man dann als Gesellschaft auf den Cayman Islands eingetragen ist, damit nicht so garstig viele Steuern fällig werden.

Samstag, 16. April 2011

Der fliegende Brief

Fetion ist ein populärer Instant-Messaging (IM) Dienst, der von China Mobile entwickelt wurde. Primär ist der Service für die Nutzung auf mobilen Endgeräten ausgerichtet. Fetion liegt bei den Marktanteilen für IM-Diensten in China auf Platz 3. Fetion heißt auf Deutsch 'Fliegender Brief'.

Donnerstag, 7. April 2011

QQ: Soziale Medien in China

QQ Logo (es ist älter als das Google Chrome Logo)
Durch den abrupten Start in die Neuzeit wurden die Chinesen direkt in die digitale Welt katapultiert und haben die analoge Welt davor weitgehend ausgelassen. Seit jeher messen Chinesen der Erziehung und der Wissensvermittlung einen sehr hohen Wert zu. Daher steht in den meisten Kinderzimmern auch ein PC – auch in der breiten unteren Mittelschicht. Ein zweiter Faktor für die Popularität von sozialen Medien ist die Folge der 1-Kind-Politik. Diese gilt seit 1978 (auch wenn sie kürzlich aufgeweicht wurde). Die 1-Kind-Politik wurde mit harten Maßnahmen durchgesetzt. So hat beispielsweise eine chinesische Familie nur Anrecht auf einen (1) Schulplatz. In der Folge ist in den letzten 30 Jahren eine ganze Generation von hunderten von Millionen Menschen aufgewachsen, die vor allem eins nie hatten und nie haben werden: Geschwister. Ein weiteres Element ist das Wunder der chinesischen Schriftzeichen. In ganz China gibt es mehr als 40 verschiedene Sprachen und manchmal können sich die Menschen von Dorf zu Dorf schon nicht mehr unterhalten. Aber – einmalig auf der Welt – alle Sprachen in China verwenden die gleichen Schriftzeichen, nur die Aussprache ist komplett verschieden. In Konsequenz ist ein textbasiertes soziales Medium eine fantastische Gelegenheit um Chinas Einheit und nationale Identität zu fördern. Der Marktführer in China heißt QQ, eine Internet-Plattform vom Anbieter Tencent. Im Herbst 2010 hatte QQ über 630 Millionen Teilnehmer, wovon in Spitzenzeiten jeweils über 100.000.000 (!) gleichzeitig Online sind und sich per IM austauschen. Viele junge Chinesen nutzen QQ während der Arbeitszeit, um sich unabhängig vom geregelten Unternehmens-eMail-Netz mit Kollegen und Bekannten auszutauschen. Das Wesen von QQ ist die Echtzeitkommunikation und nicht das ‚posten‘ und ‚sharen‘ wie auf Facebook. Auch Facebook ist in China gesperrt. Es ist anzunehmen, dass es der kommunistischen Regierung wesentlich leichter fällt, Zensur auszuüben, wenn diese „nur“ für Seiten mit ausschließlich chinesischen Schriftzeichen durchgeführt werden muss. QQ bietet 7 verschiedene Typen von Mitgliedschaften. Ähnlich wie die chinesischen Taxis werden diese nach Farben gestaffelt angeboten und zu unterschiedlichen Konditionen vermarktet.

Montag, 4. April 2011

IM in China

Als mobile Kommunikationsform führt in China das Instant Messaging (IM). Bei uns ist das nicht so weit verbreitet. Es gewinnt jetzt an Boden, weil viele Leute die IM-Funktion in Facebook verwenden, während sie lesen oder Daten hochladen. Ähnlich bei Sykpe. Dort kann man auch nebenbei skypen und mit einem anderen Skype-Anwender IM’en. Anders in China: hier führt IM mit einem Nutzungsgrad von sage und schreibe 87% die Kommunikationsformen an. Zum Vergleich nutzen nur 53% der Chinesen eMail. Eigentlich ist das logisch, denn die menschliche Kommunikation ist flüchtig. Wofür soll man ein flüchtiges Gespräch von gestern aufheben?

Im Vergleich China – USA:


IMeMailSuchmaschine
China87%53%69%
USA23%88%89%


Interessant auch die Zahlen zur Nutzung von Suchmaschinen. In den USA beginnt die Reise durchs Internet am ehesten  mit einer Suchmaschine (das dürfte auch für Deutschland gelten). (Datenquelle: BCG). In China beginnt der Klickweg häufig mit einer IM-Nachricht – weil dort z.B. jemand Jemanden eine bestimmte Seite empfohlen hat. In den USA führt die Selbstbedienungsmentalität – in China basiert das Geschäft auf  Empfehlungen aus sozialen Netzwerken. Wohl dem in China, der eine Strategie hat, im Internet soziale Netzwerke aufzubauen  und produktiv einzusetzen.