Hyper Smash Kommunikation 21: Logistik
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Samstag, 17. März 2012

Tesco - Lebensmittel im Dark Store

Tesco betrat mit seinen Dark Stores schon vor zwei Jahren logistisches Neuland in Großbritannien. Die Idee ist einfach. Man nehme einen normalen Supermarkt-Würfel, baue diesen innen normal aus, lasse allerdings die Kasse weg und ersetze diese mit Packplätzen. Das Konzept hat viele Vorteile - nur Kunden dürfen sich nicht darin verlaufen....

(c), Kamcity, Kamblog

Als Lebensmittelhändler muß Tesco seine Supply Chain für die unterschiedlichen Warenströme nicht verändern (trocken, frisch, gekühlt usw.) und kann seine Dark Stores direkt an eine Autobahnabfahrt setzen. Von dort aus kann nun eines der 2.000 Auslieferungsfahrzeuge die umliegenden Wohngebiete beliefern. Tesco-Mitarbeiter können mit nur geringer Einarbeitung flexibel auch in Dark Stores eingesetzt werden, weil sie die Arbeitsläufe bereits kennen. Und zum Schluß kann man auch noch den Salatkopf oben auf die Plastikwanne zur Auslieferung legen und dieser kommt frisch beim Kunden an.

Tesco wollte von diesem Typ Markt je 1 pro Woche eröffnen. Sachdienliche Hinweise über die tatsächlich erreichte Stückzahl werden gerne entgegen genommen. Den ersten Dark Store gab es in Croydon, Sussex. Pro Tag werden etwa 1.000 Auslieferungen pro Dark Store kommissioniert. Tesco verzeichnete 2010 ca. 500.000 Online-Bestellungen für Lebensmittel in der Woche.

Kurz: http://bit.ly/GBbWxc

Donnerstag, 1. März 2012

Dinosaurier wartet auf UPS

UPS schließt das lästige und manchmal sehr lange Zeitfenster für denjenigen, der auf eine Online-Bestellung wartet. Natürlich kann man in Deutschland auch das gute Netz der Packstationen nutzen. Man könnte aber auch eine Nachricht vom Versender bekommen, daß eine Sendungs unterwegs ist. Mit der Nummer ändert man im UPS-Portal My-Choice die verfügbaren Auslieferungszeiten. Auch die Weiterleitung an eine andere Adresse ist möglich, noch während die Sendung bereits verschickt wird. Als dritte Optionen bietet der Dienst eine Autorisierung an, daß beispielsweise ein bestimmter Nachbar eine Lieferung annehmen und quittieren darf.



Neben all diesen Merkmalen hat sich UPS für die Vermarktung auch noch einen ganz hübschen Dinosaurier einfallen lassen, die hier im Werbespot zu sehen ist.

Sonntag, 26. Februar 2012

Auf der Tanzfläche der Roboter

In manchen Branchen hat der eCommerce-Anteil 20% vom Umsatz erreicht mit der Tendenz zu weiterem Wachstum. Im Gegenzug sieht man entlang mancher Autobahnen die Logistik-Zentren wachsen, von denen nun der Versand an die Kunden erfolgt. Man meint, das sei ein alter Hut und schon vor 30 Jahren erfolgreich von Quelle oder Otto umgesetzt worden. An einer paar Stellen aber unterscheidet sich die eCommerce-Logistik:

•    das Warenangebot online ist um ein Vielfaches größer als jemals in allen gedruckten Katalogen. Entsprechend steigt der Fächenbedarf für Lagerung und Auslieferung

•    die Anzahl der Transaktionen nimmt stark zu und damit auch die Anzahl an Bewegungen, die in solchen Logistik-Zentren abgewickelt werden muß

•    entsprechend wird in dieser Branche sehr viel Personal eingestellt. Um die Dynamik zu kompensieren, wird viel Geld in Fördersysteme gesteckt, um die Durchlaufzeit von Ware durch ein Logistik-Zentrum zu investieren. Automatisierte Hochlager gelten als Kathedrale des Supply-Chain-Management.

Man könnte natürlich auch das komplette System auf den Kopf stellen. Wie wäre es denn, wenn man die Menschen an den Entlade- und Packstationen stehen lässt und ihnen die immer länger werdenen Wege zwischen den Regalen erspart und stattdessen die Regale in Bewegung setzt und zu den Menschen bringt. Kiva Systems aus Boston, Mass. zeigt im Video, wie man mit einer ganzen Roboter-Armee einem ganzen Regalsystem Beine machen und in Bewegung setzen kann. 




Ein Mensch sollte besser kein Bein mehr auf die Roboter-Tanzfläche stellen, die sich auf tausende von Quadratmetern ausdehnen Durch den Entfall der Laufflächen kann auch viel mehr Ware auf der vorhandenen Fläche konzentriert werden. Im Marketing sagt Kiva, dass sich damit die Produktivität der Mitarbeiter im Logistik-Zentrum um den Faktor 3 erhöht. Auf der Gegenseite muss man viel Kapital für die Roboter, das Blech und vor allem für die Entwicklung der Steuerungslogik investieren, die danach auch noch von Experten bedient werden will. Die Folgen sind klar: höhere Produktivität, fallende Preise mehr Experten.

Am 20.3.2012 kaufte Amazon Kiva Systems für 775 Mio. US-$ und sicherte sich damit einen langfristigen Wettbewerbsvorteil.


http://bit.ly/AjYz7e

Sonntag, 24. April 2011

Der Kühlschrank auf dem Fahrrad

China ist der größte zusammenhängende Internet-Markt der Welt:
  • Inländische, also chinesische, Unternehmen haben aus verschiedenen Gründen strukturelle Vorteile, diesen digitalen Wirtschaftsraum zu erschließen
  • Die Hauptform der technisch basierten Kommunikation ist Instant Messaging, also ein text-basiertes Echtzeit-Medium. In Spitzenzeiten sind auf QQ parallel 100 Millionen Chinesen Online
  • Mehr als 45% aller Chinesen pflegen ihr persönliches Profil auf einem sozialen Medium (im Vergleich Deutschland 20%)
  • eCommerce-Portale werden intensiv genutzt und führen zu einer großen Preistransparenz für den Verbraucher
  • Fast 50% aller Chinesen führen eines oder mehrere private Blogs (im Vergleich Deutschland 5%)
  • Als soziale Ursachen für diese überaus intensive Nutzung des Internets kann die 1-Kind-Politik, der unmittelbare Spung in den digitalen Wirtschaftsraum sowie die Bedeutung der chinesischen Schriftzeichen für eine sprachunabhängige und völkerübergreifende Kommunikation ausgemacht werden
  • für die nächsten Jahre werden weiter hohe Wachstumsraten wegen der voranschreitenden Erschließung der ländlichen Räume erwartet
Die hohe Wettbewerbsintensität und die boomende Wirtschaft (besonders die digitale) führen zu ungewöhnlich erscheinenden Innovationen. Beispiel: für die Auslieferung von Ware aus dem eCommerce wird in der Logistik mit der Verbindung mit sozialen Medien experimentiert. Hierzu werden in Testregionen von herkömmlichen Logistikunternehmen (wie DHL oder UPS) Minilager von wenigen Quadratmetern Größe in hoch verdichteten urbanen Ballungsräumen eingerichtet und beliefert. Von dort übernimmt ein freiberuflicher Mitarbeiter die Endauslieferung an den Besteller und stimmt Liefertermin und Ort mit dem Empfänger eigeneständig über soziale Netzwerke und IM ab. Das erspart dem Logistikunternehmen den hohen Aufwand, mit Kleinfahrzeugen durch den dichten großstädtischen Verkehr an Privatadressen liefern zu müssen und kann bei einer Zellengröße von weniger als 1 Kilometer hunderttausenden von Freiberuflern ein Zusatzeinkommen bei gleichzeitiger Erhöhung der Servicequalität für den Besteller sichern. Darüber hinaus wird das Sozialverhalten unterstützt. In der chinesischen Kultur basiert jede Transaktion auf einer persönlichen Beziehung, auch wenn diese häufig flüchtig ist.

Das man mit dem Fahrrad ganz wunderbar auch einen großen Kühlschrank (hier von Haier) ausliefern kann, zeigt folgendes Bild:

Kühlschrank Transport auf dem Fahrrad, Foto jpl