Hyper Smash Kommunikation 21: Bandbreite
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Montag, 7. Februar 2011

GoGoInFlight - WLAN über den Wolken

Im Prinzip funktioniert WLAN im Flugzeug –also über den Wolken – genauso wie auf dem Boden. Mit einer WLAN-Antenne wird ein bestimmter Raum ausgeleuchtet. Innerhalb des ausgeleuchteten Raums können nun Geräte mit WLAN-Antenne mit dem Signal verbunden werden. Bei einem sich bewegenden Verkehrsmittel wie einem Flugzeug kommt dann aber die Herausforderung hinzu, dass das Signal und damit die Verbindung nicht abreißt, wenn das Verkehrsmittel den jeweils ausgeleuchteten Kegel wechselt. Bei 1000 km/h ist das in der Tat eine Herausforderung.

jpl - Screenshot

In den USA wird unter dem Namen GoGoInflight (airborne.gogoinflight.com) ein rein kontinentales Netz von Aircell (Texas) für Fluglinien wie Delat oder Airtran betrieben. Die Abstrahlkegel der Antennen erreichen nach Angaben von Delta einen Durchmesser von bis zu 300 km in einer Flughöhe von 10.000 Metern. Die Boden-Flugzeug-Verbindung erfolgt proprietär im 800-MHz-Frequenzband. Erst im Flugzeug wird über einen Umsetzer die übliche WLAN-Frequenz bereitgestellt. Eine Tageskarte für das Netz kostet USD 12,95 oder grob 10 Euro, die Monatskarte kostet USD 34,95 im Abo.

Sonntag, 30. Januar 2011

Haushalte und Bandbreiten

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland auf Platz 6 der Anzahl der Haushalte mit Breitbandanschluß. Deutschland weist 40 Millionen Haushalte und 82 Millionen Einwohner aus. Das macht rechnerisch 2,05 Personen pro Haushalt. Davon hatten Ende 2009 etwa 15 Millionen Haushalte oder 40% keinen Zugang zum breitbandigen Internet (Quelle: Tecchannel). In der Definition ist Breitband schneller als ISDN mit 128 kbit/s. Die schnellste Ausbaustufe ist VDSL mit 50 mbit/s, was 780 mal schneller als ISDN ist. Neben der Anbindung mit DSL spielt zunehmend auch der Internet-Anschluß über Kabel mit 7% aller Haushalte eine Rolle.

Über die Aufteilung der verschiedenen Angaben nach Haushalten finden sich nur spärliche Angaben. Hier eine Ableitung aus verschiedenen Quellen, darunter Prof. Dr. Torsten J. Gerpott, Inhaber des Lehrstuhls für Telekommunikationswirtschaft an der Universität Duisburg-Essen.


2011 - jpl




   Haushalte in %
schneller als 16 mbit/s 1.976.000 8%
6 bis 16 mbits/s 6.916.000 28%
2 bis 6 mbit/s 13.338.000 54%
weniger als 2 mbits/s 2.470.000 10%
ohne Breitband 15.300.000 38%
mit Breitband 24.700.000 62%
Haushalte gesamt 40.000.000

Im Jahr 2009 wuchs die Zahl der Haushalte mit Breitband um 13%. Zahlen für 2010 sind noch nicht verfügbar. Nun könnte man meinen, daß viele Menschen in Haushalten ohne Breitband sich mit Smartphones behelfen, doch weit gefehlt: nur etwa 13% aller Personen in Deutschland verwenden Smartphones mit integrierten Internet-Browser. Diese Zahl wird im laufenden Jahr in den USA bei etwa 50% erwartet. Bei den jüngeren Benutzern sieht das etwas anders aus. Bei den 15-24jährigen verwenden bereits 29% ein Smartphone. Damit liegt die Penetration Deutschland gleich auf mit China, allerdings hinter UK (36%), Spanien (38%) und Italien (47%). Quelle: Nielsen. Die zunehmende Nutzung des Internets auf Smartphones löst eine Verhaltensänderung der Konsumenten aus, die für viele Wirtschaftszweige große Veränderungen mit sich bringt.

Freitag, 28. Januar 2011

Wie viel Bandbreite braucht ein Mensch?

Wie viel Bandbreite braucht ein Mensch? Eine grobe Annäherung: bekannterweise verfügt der Mensch über fünf Sinne. Die Retina im menschlichen Auge verarbeitet Informationen mit einer Bandbreite von etwa 9 mbit/s. Das Ohr oder, wenn man so will, der Audio-Input, weist eine Bandbreite von etwa 1,4 mbit/s auf. Über die Bandbreiten, die für das Tasten, Schmecken, Riechen ist weniger bekannt oder ich war zu faul zum suchen. Mit Hören und Sehen decken wir Menschen im digitalen Sinn schon eine Menge ab. Noch gibt es keine Computer, mit denen man etwas riechen kann. Zusammen macht der Informationsfluß, zu dessen Verarbeitung das viscerale Nervensystem ausgelegt ist, also etwa 11 mbit/s aus.

Foto: lizenzfrei dank acobox.com

Internetzugänge in Deutschland weisen heute Bandbreiten zwischen 1 mbit/s und 50 mbit/s aus. Letzteres gilt in ein paar erschlossenen Inseln in deutschen Großstädten, in denen sich Telekom-Kunden für das Produkt mit dem etwas schrägen Titel "Entertain" entscheiden können (DEnglisch eben - da geben sich Telekom und Bahn die Klinke in die Hand  - oder auf Englisch: "a typical misunderstanding of our wonderful language").

Theoretisch müsste als "Entertain" also ausreichen, um die vollständigen digitalen Bedürfnisse einer vierköpfigen Familie in, sagen wir einmal, Berlin-Wilmersdorf zu befriedigen, weil 4 x 11 nur 44 mbit/s ist. Das wäre die Informationsmenge, die diese 4 Menschen Kraft ihrer biologischen Ausstattung - oder sprichwörtlich ihrem Nervenkostüm - verarbeiten könnten.

In der technischen Realität gibt es aber Abweichungen:

Nach unten: viele Haushalte beziehen ihre Daten über 1 oder 2 mbit-Leitungen, falls sie überhaupt eine haben. Laut aktuellen Statistiken haben 8 Millionen Haushalte kein DSL und damit keinen breitbandigen Internet. Bitte überlegen: in der Mitte Europas haben so viele Menschen keinen Zugang zum Internet, wie in Österreich und Holland zusammen leben!

Nach oben: "Entertain" wäre also die Obergrenze an Information, die einen vierköpfige Familie überhaupt biologisch verarbeiten könnte. Tatsächlich aber konsumieren Menschen technische Medien. In der Küche läuft das Internet-Radio, am Fernseher "Entertain", das iPad auf dem Schoß, während der oder die nächste YouTube anschaut, während im anderen Fenster Daten zu Facebook hochgeladen werden und während im dritten Fenster ein fettes Software-Update heruntergeladen wird.

Die Mehrfachnutzung von Internetdiensten wird den Hunger nach Bandbreiten also in Dimensionen treiben, die wir uns heute nur schwer vorstellen können. Bei 50 mbit/s für "Entertain" ist das Ende der Fahnenstange sicher nicht erreicht.

Und siehe da: der DE-CIX sagt vorraus, daß bis zum Jahr 2015 der Internetverkehr um den Faktor 20 wachsen wird. Die rechnerisch prognostizierte jährliche Steigerung beträgt demnach stolze 110%. Und da ist noch lange nicht Schluß!


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